Ruhrblick 28, 45479 Mülheim an der Ruhr

Denkmuster ändern: Warum Sie nicht Ihre Gene sind (und wie Sie Ihr Gehirn neu formen)

Arnd Hebestreit im Portrait. Er bietet an, mehr Gelassenheit im Alltag zu lernen.

„Wer feige ist, bleibt feige, und ein Alkoholiker bleibt immer ein Trinker.“ Richtig? Nein, völlig falsch, so der renommierte Tübinger Hirnforscher Niels Birbaumer. Die weitverbreitete Annahme, dass wir mit genetisch festgelegten Eigenschaften zur Welt kommen, die uns unabänderlich bestimmen, ist wissenschaftlich überholt. Es ist an der Zeit, dass wir lernen, hinderliche Denkmuster zu ändern und unser volles Potenzial zu entfalten.

 

Sie sind der Architekt Ihres Gehirns

Die Wahrheit ist: Nur sehr wenige Anlagen sind in unserem Gehirn wirklich starr festgelegt. Alles andere – unsere Persönlichkeit, unsere Ängste, unsere Stärken – wird durch unsere Umwelt, unsere Erfahrungen und vor allem durch unser eigenes Verhalten geformt. Dazu gehört insbesondere auch unser Denkverhalten. Wenn Sie also gezielt negative Gedanken loswerden möchten, ist das keine Frage der Genetik, sondern des Trainings.

Im Gehirn gibt es keine Anlagen für gut oder böse, mutig oder feige. Das bedeutet, wir selbst haben den größten Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln. Doch wie genau können wir diesen Einfluss nutzen? Der Schlüssel liegt im Verständnis, wie wir durch aktives Handeln unser Gehirn beeinflussen können.

 

Wie Sie Ihr Verhalten nachhaltig ändern können: 3 Schritte

Basierend auf den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung lässt sich der Weg zur Veränderung in drei Kernschritte unterteilen:

  1. Die Erkenntnis annehmen: Der erste und wichtigste Schritt ist die tiefe Erkenntnis, dass Veränderung möglich ist. Akzeptieren Sie, dass Sie nicht das Produkt unabänderlicher Anlagen sind. Ihr Gehirn ist formbar und wartet auf Ihre Anweisungen.
  2. Die Verbindung verstehen: Verstehen Sie, dass jede Handlung und jeder wiederholte Gedanke eine physische Spur in Ihrem Gehirn hinterlässt. Wenn Sie lernen, anders zu handeln – auch im Kleinen –, beginnen Sie aktiv damit, Ihr Gehirn umzubauen und alte, hinderliche Nervenbahnen zu schwächen.
  3. Ins gezielte Training einsteigen: Ein Denkmuster zu ändern ist wie das Trainieren eines Muskels. Professor Birbaumer erklärt anhand konkreter Fälle, wie wir durch gezielte Techniken lernen können, Stress, Depressionen, Ängste und Zwangsstörungen in den Griff zu bekommen. Es geht darum, bewusst neue Verhaltens- und Denkweisen zu wiederholen, bis sie zur neuen Normalität werden.

 

Ihr Gehirn weiß mehr, als Sie denken – aber es braucht Sie als aktiven Gestalter. Indem Sie lernen, wie Sie Ihr Verhalten nachhaltig ändern, übernehmen Sie die Kontrolle. Sie können die Folgen von Stress nicht nur bewältigen, sondern die Ursachen an der Wurzel packen und Ihr Gehirn zu Ihrem stärksten Verbündeten machen.

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